Quelle: "Die Jäger des Meeres: Walfänger und Robbenjäger im Nord-Atlantik," herausgegeben von der High North Alliance, 1997.

 

Auf kleiner Flamme


 

 

 

 

Norwegisches Robbenfangschiff (Photo anklicken, um es zu vergrößern)

Nach den Verhandlungen mit dem Fischereiministerium nahmen zwei norwegische Robbenfangkutter an der Fangsaison 1997 teil. Während der Fang von Sattelrobben und Klappmützen im Eis mehr als 150 Jahre lang ein lohnender und wichtiger Erwerbszweig für die Küstenbevölkerung war, sind Robbenfänger heutzutage von Subventionen abhängig, um auf Fang gehen zu können.

Die norwegischen Behörden begründen ihre Unterstützung der Robbenfang-wirtschaft damit, daß man glaubt, daß dieser Wirtschaftszweig in Zukunft wieder lohnend wird und daß man den Fang als Möglichkeit braucht, um den Robbenbestand aus Rücksicht auf die Fischereien zu regulieren. Auf ihrem Höhepunkt, gleich nach dem ersten Weltkrieg, bestand die norwegische Robbenfangflotte aus mehr als 200 Kuttern. Der norwegische Fang im Eismeer hat sich auf die Gebiete bei Jan Mayen (Westeis), Neufundland und das Weiße Meer konzentriert. Die bedeutendsten Arten waren Klappmützen und Sattelrobben. Die norwegische Teilnahme an den Fängen vor Neufundland begann 1914 und wurde 1982 beendet, als kanadische Behörden ausländische Robben-fangboote aus ihrer 200-Meilen-Zone verbannten.

 

Es wurden sowohl erwachsene als auch Jungtiere bejagt, aber die Felle der Jungtiere hatten in den späten Jahren
die größte wirtschaftliche Bedeutung. Aufgrund der Proteste gegen den Fang beschlossen die norwegischen Behörden 1989, daß keine Jungtiere unter einem Jahr mehr erlegt werden durften. Jetzt ist dieses Verbot so abgeändert, daß es nur Jungtiere betrifft, die gesäugt werden. Die Jungen der Sattelrobbe werden von ihren Müttern bereits nach ungefähr 12 Tagen verlassen. Zum Töten von Jungtieren
dürfen der Hakapik (Robbenfanggerät in Form einer kleinen Spitzhacke) oder das Gewehr eingesetzt werden. Erwachsene Tiere sollen mit dem Gewehr geschossen werden. Mit einem anschließenden Schlag mit dem Hakapik auf die Schädeldecke soll sichergestellt werden, daß das Tier
tot ist. An Bord eines jeden Bootes fährt ein Robbenfanginspektor mit, der über-wachen soll, daß die Quoten und Tötungsregeln eingehalten werden.

Norwegen und Rußland haben eine gemeinsame Robbenfangkommission ge-bildet, die die Quoten festsetzt und zwi-schen den beiden Ländern verteilt. 1997 wird das erste Jahr seit langem sein, in dem keine russischen Boote am Fang im Westeis teilnehmen. Die Quoten für das Westeis werden auf der Grundlage der Empfehlungen von ICES festgesetzt. Die Quoten für den Fang im Westeis betrug für 1997 13.100 erwachsene Sattelrobben und 9.000 erwachsene Klappmützen. Bis zur Hälfte der Quote kann in Form von abgesetzten Jungtieren genommen werden, wobei zwei Jungtiere bei der Quotenberechnung als ein erwachsenes Tier gezählt werden.

 

Durch Anklicken wird das Photo größer


Zurück zum Inhaltsverzeichnis von „Die Jäger des Meeres"

Zurück zur homepage „deutsch"

Zurück zur homepage „englisch"