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Drei Generationen der Bendiksen-Familie am Kai mit ihrem Boot
Trøndergut. Sie leben vom Fischen und Walfang.(Photo anklicken, um es
zu vergrößern) |
Im Frühjahr wirft die Mannschaft von der Trøndergut
die Fischernetze an Land und hievt die Kanone an Bord. Sie bereiten sich auf die
Fangsaison vor, die normalerweise von Mai bis Juli dauert.
Dorschfang und Zwergwalfang stellen für uns eine perfekte Kombination dar
sagt Bjørn Hugo Bendiksen aus Reine, einem Fischernest mit
400 Einwohnern auf den Lofoten nördlich des Polarkreises. Gemeinsam mit seinem Vater und
zwei Brüdern betreibt er den Kutter Trøndergut, der insgesamt sechs Mann Besatzung hat.
Hier gibt es im Winter einen reichen Dorschfang, an dem alle Boote teilnehmen, aber
im Sommer gibt es vor der Küste weniger Fisch und es ist schwieriger, Boot und Mannschaft
zu beschäftigen, erklärt Bjørn Hugo.
Mit ihren 65 Fuß Länge ist die Trøndergut einige Fuß kleiner als der Durchschnitt der
rund 30 Fischerboote, die am Zwergwalfang teilnehmen. Die meisten haben ihren Heimat-hafen
auf den Lofoten. Alle Boote sind Familienbetriebe. Die Eigner arbeiten selbst an Bord. Die
Teilnahme am Walfang ist durch Konzessionen beschränkt.
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Die Zwergwale, die kleinsten Vertreter der
Bartenwale, gaben zu wenig Tran als daß sie für die Tranindustrie, die mit
niederländischen Fangexpeditionen im 16. Jahrhundert im nördlichen Atlantik ihren
Ursprung hatte, von Interesse waren. Der Fang von Zwerg-walen begann erst Ende der 20er
Jahre, als die norwegischen Küstenfischer ihre Boote motorisierten. Beim Zwergwalfang
stand immer das Fleisch für den menschlichen Verzehr im Vordergrund.
Der Fang ist heute strengen Richtlinien unterworfen. Jedem Boot wird eine Quote zugeteilt,
die innerhalb eines vorgegebenen Gebietes gefangen werden muß. Die Gesamtquote wird von
den norwegischen Behörden mit dem vom Vorsorgeprinzip bestimmten
Fangquotenberechnungsmodell der Interationalen Walfangkommission festgelegt. Norwegen
hatte, was die Regeln
der IWC durchaus vorsehen, gegen das Fangmoratorium Widerspruch eingelegt
und ist daher nicht daran gebunden. 1997 betrug die Quote 580 Tiere. Die meisten Wale
stammen aus dem Zwergwalbestand des Nordost-Atllantiks, der 1996 vom Wissen-schaftsKomitee
der IWC mit 112.000 Tieren veranschlagt wurde. Die durchschnittliche jährliche Fangmenge
liegt bei rund 2.000 Walen.An Bord eines jeden Fangbootes ist ein Walfanginspektor mit
veterinärmedizinischer Ausbildung die ganze Zeit dabei. Die Harpu-niere müssen jährlich
eine Schützenprobe ablegen. In den letzten Jahren wurden vor der Saison Kurse
durchgeführt, um sicherzustellen, daß alle Beteiligten mit den Fangregeln und den
Anforderungen an die Tötung der Wale vertraut sind.
Die Trøndergut ist mit Satellitennavigation, Radar og Sonar ausgestattet, aber diese
anspruchsvolle Ausrüstung kann für die Suche nach Walen nicht genutzt werden. Nur das
Auge taugt als Suchgerät. Zwergwale sind schwer zu entdecken, besonders wenn das Meer
unruhig wird. Mehr als die Hälfte der Zeit verbringen Walfänger mit Warten auf gutes
Wetter. Geduld ist die wichtigste Eigenschaft eines Walfängers, meint Bjørn
Hugo. |
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